Förderschule

MAX KÄSTNER

Das Schulgebäude

Frontansicht Schule9Obwohl erst ab 1947 im Stadtarchiv etwas über das Gebäude zu finden ist, hat es schon eine viel längere Geschichte aufzuweisen. Dies dokumentiert ein Zeitungsausschnitt von 1898, der beim Entkernen des Gebäudes im Jahre 1999 in der Fensterleibung gefunden wurde. Im Oktober 1947 hat die Landesregierung Sachsen, Ministerium für Volksbildung verfügt, dass bis zum 01.11.1947 auf dem stadteigenen Grundstück Freiberger Str. 15 die Oberschule verlegt wird. Bis dahin wurde das Gebäude von der Kommandantur der Besatzungsarmee genutzt. Die Widerinstandsetzungsarbeiten wurden vom Stadtrat Frankenberg auf ca. 20 000.-RM geschätzt. 1948 wurde der Schulbetrieb in der Deutschen Oberschule aufgenommen, obwohl die Bauarbeiten noch nicht beendet waren.

Als am 08.08.1949 ein Brand in dem Objekt ausbrach, wurde der Dachstuhl vom Feuer zerstört und im übrigen Gebäude entstand beträchtlicher Wasserschaden. Aus Kostengründen kam eine Wiederherstellung als Oberschule nicht infrage. Am 08.11. 1949 wurde ein Antrag auf Umbau des Gebäudes zu einem Wohnheim gestellt, dieser wurde auch genehmigt und umgesetzt. Zwischenzeitlich kam es 1951 zum Abbruch der Bauarbeiten als Folge von Streichungen der Investitionsmittel. Erst 1952 konnte der 2. Bauabschnitt fertig gestellt und das Gebäude der endgültigen Nutzung übergeben werden. Das Wohnheim für Schüler und Lehrlinge erhielt auch den Namen „Heim der Freundschaft“ Neben der Nutzung als Wohnheim diente es als Unterkunft für Ferienlager.

So wurde es vom 09.07. – 28.08.1953 von dem VEB Bleierzgruben „ Albert Funk“ für die Unterbringung der Ferienkinder verwendet. Auch für das Internationale Großsportfest vom 12.08.- 15.08.1954 im damaligen Karl-Marx Stadt beherbergte es Sportler aus der damaligen Volksrepublik Polen sowie der Volksrepublik CSR. Viele Jahre diente es als Internat für die EOS „Ernst Schneller“. Nach der Schließung dieser Einrichtung wurde es als Herberge verschiedener Vereine umfunktioniert. Danach kam eine Zeit in der das Gebäude nicht genutzt wurde und langsam verfiel. 1997 erwarb der Landkreis Mittweida als Schulträger das Gebäude.

Der zentrale Standort in der Stadt und das „architektonisch schöne Haus“ gaben letztendlich den Ausschlag, dieses als neue Förderschule umzubauen. Nun ging alles Schlag auf Schlag. Am 08.10.1999 war Grundsteinlegung und am 13.04.2000 feierten wir das Richtfest. Die feierliche Einweihung erfolgte am 12.01.2001. Der Umbau kostete insgesamt 5,6Mio. DM wovon 3,6Mio. als Fördergelder vom Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt wurden. Die „restlichen“ Gelder zahlte der Landkreis als Schulträger. Alle Pädagogen, Mitarbeiter und Schüler sind stolz auf ihr Gebäude und können jetzt unter idealsten Bedingungen lernen und sich auf ein soweit als möglich selbstständiges Leben vorbereiten. Quellen: Akten aus dem Stadtarchiv Frankenberg von 1947-1954 Zeitungsartikel aus den einzelnen Bauphasen von 1999-2001